Neuropsychologisches Gespräch

Weiterbildungen Neuropsychologie in der Schweiz

Veröffentlicht am 4/27/26 von Hogrefe AG

Weiterbildungen im Bereich Neuropsychologie vermitteln fundierte Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Gehirn, Verhalten und kognitiven Funktionen. Im Zentrum stehen die Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Hirnverletzungen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Ziel ist es, neuropsychologische Störungen zu verstehen und evidenzbasierte Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen abzuleiten.

Zentrale Inhalte umfassen neuroanatomische und neurophysiologische Grundlagen, kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und Exekutivfunktionen sowie deren Störungen. Ebenso wichtig sind standardisierte Testverfahren zur Diagnostik, die Interpretation von Befunden und die Entwicklung individueller Therapie- und Rehabilitationspläne.

Je nach Schwerpunkt erwerben Teilnehmende vertiefte Kenntnisse in spezifischen Bereichen wie klinische Neuropsychologie, neurologische Rehabilitation oder neuropsychologische Begutachtung. Praktische Übungen, Fallbesprechungen und Supervisionen unterstützen den Transfer in den Berufsalltag. Ergänzt wird dies durch Themen wie Gesprächsführung mit Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen, interdisziplinäre Zusammenarbeit (z. B. mit Medizin, Therapie und Pflege) und ethische Fragestellungen.

Kurzübersicht Themenschwerpunkte:

  • Neuroanatomie und Neurophysiologie
  • Kognitive Funktionen und ihre Störungen (z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache)
  • Neuropsychologische Diagnostik und Testverfahren
  • Therapie und Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen
  • Klinische Neuropsychologie und Begutachtung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Wichtig zu wissen:

  • Die Anforderungen für Tätigkeiten in der Neuropsychologie variieren je nach Tätigkeitsfeld und Region, insbesondere in der Schweiz
  • Für die eigenständige klinische Tätigkeit ist in der Regel eine anerkannte Weiterbildung in Neuropsychologie erforderlich (z. B. Fachtitel)
  • Oft wird ein abgeschlossenes Psychologiestudium sowie praktische Erfahrung im klinischen Bereich vorausgesetzt

Aktuell gibt es nur ein deutschsprachiges Weiterbildungsangebot im Fachbereich "Neuropsychologie" an Schweizer Universitäten und Hochschulen. Diese Übersicht wird regelmässig überarbeitet. Aktueller Stand: April 2026

Bezeichnung

Abschluss/Credits

Dauer

Kosten

Institution

Zielgruppe

Voraussetzungen

DAS / MAS in Neuropsychologie

Master of Advanced Studies UZH in Neuropsychologie (64 ECTS Credits), Diploma of Advanced Studies UZH in Neuropsychologie (34 ECTS Credits)

5 Jahre

Voraussichtliche Gesamtkosten: CHF 44'000

Universität Zürich, Psychologisches Institut, Methoden der Plastizitätsforschung

 

  • Psychologische Fachpersonen, fundierte Kenntnisse und handlungsrelevanten Fertigkeiten aus dem Bereich der kognitiven Neurowissenschaften und der klinischen Neuropsychologie erwerben möchten.
  • Masterabschluss im Hauptfach Psychologie

An der Université de Genève wird ein französischsprachiger Weiterbildungskurs angeboten. Eine Gesamtübersicht über Weiterbildungsangebote im Psychologie-Bereich haben wir hier zusammengestellt: Weiterbildungen Psychologie Schweiz: eine Übersicht

 

Typische Tätigkeitsfelder während und nach der Weiterbildung

Während der Weiterbildung:

  • Du arbeitest oft schon praktisch, z. B. als
    • Psycholog:in in Ausbildung (PiA / z. B. in Kliniken oder Rehabilitationszentren)
    • Mitarbeit in neuropsychologischen Diensten oder Ambulatorien

    • Tätigkeit in neurologischen Kliniken oder interdisziplinären Behandlungsteams

  • typische Aufgaben:
    • Durchführung neuropsychologischer Abklärungen (z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen)

    • Anwendung und Auswertung standardisierter Testverfahren

    • Beobachtung und Beurteilung kognitiver und emotionaler Veränderungen

    • Mitwirkung bei Therapie- und Rehabilitationsmassnahmen

    • Beratung von Patient:innen und Angehörigen

    • Dokumentation sowie interdisziplinäre Fallbesprechungen (z. B. mit Ärzt:innen, Therapeut:innen)

Typische Berufe danach:

1. Klinische:r Neuropsycholog:in

  • Tätigkeit in Spitälern, Rehabilitationskliniken oder Ambulatorien
  • Diagnostik und Behandlung kognitiver Störungen nach Hirnverletzungen oder neurologischen Erkrankungen

  • Erstellung von Therapieplänen und Verlaufsbeurteilungen

2. Neuropsycholog:in in der Rehabilitation

  • Arbeit in neurologischen Reha-Zentren
  • Begleitung von Patient:innen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder bei neurodegenerativen Erkrankungen

  • Förderung kognitiver Funktionen und Alltagskompetenzen

3. Neuropsychologische:r Gutachter:in

  • Erstellung von Gutachten (z. B. für Versicherungen oder Gerichte)

  • Beurteilung von Arbeitsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Unfallfolgen

4. Tätigkeit im ambulanten Bereich

  • Arbeit in Praxen oder Ambulatorien

  • Diagnostik und Beratung bei kognitiven Beschwerden (z. B. nach Erkrankungen oder bei Verdacht auf Demenz)

5. Forschung & Lehre

  • Universitäten oder Fachhochschulen oder Forschungsinstitute
  • Forschung zu Gehirn-Verhalten-Zusammenhängen, kognitiven Funktionen und neurologischen Erkrankungen

    Lehre und Ausbildung von Studierenden

6. Spezialisierte Felder

  • Neuropsychologie im Kindes- und Jugendbereich

  • Gerontoneuropsychologie (z. B. Demenzdiagnostik)

  • Forensische Neuropsychologie

  • Neuropsychologische Schmerzforschung oder Fatigue-Abklärung

 

Aktuelle Stellenangebote:

Aktuelle Stellenangebote in den oben genannten Berufsfeldern findest du unter PsychJOB Schweiz. Du möchtest zunächst ein Praktikum absolvieren? Freie psychologische Praktikumsstellen im Fachbereich Neuropsychologie gibt es auf PSYPRA.