Networking Psychologie

Deine Karriere in der Psychologie: 3 Networking-Tipps für den Berufseinstieg

Veröffentlicht am 3/31/26 von Hogrefe AG

Lesedauer: ca. 9 Minuten

Warum Networking in der Psychologie wichtig ist

Um sich nach dem Psychologiestudium in der Schweiz leichter auf dem Arbeitsmarkt zurechtzufinden und passende Psychologie-Jobs zu entdecken, ist Networking entscheidend. Networking hilft dir dabei, den Berufseinstieg als Psycholog:in gezielt vorzubereiten. Je früher du damit beginnst, desto besser. Denn Networking während des Psychologiestudiums verschafft dir einen Vorsprung beim Aufbau deines beruflichen Netzwerks.

In diesem Beitrag erhältst du die wichtigsten Tipps und Tricks, wie du

  1. deine (Online-)Sichtbarkeit für Psychologie-Jobs erhöhst,
  2. spannende Events rund um Psychologie und den Berufseinstieg nach dem Studium findest und
  3. Informationsquellen nutzen kannst, die dir helfen, aktuelle Trends, Karrierechancen und hilfreiche Netzwerke in der Psychologie zu erkennen.

 

1. So steigerst du deine Sichtbarkeit

Starte deine Online-Präsenz

Heutzutage findet ein Grossteil des Networkings online statt. Die Basis dafür ist, dass du einen aktuellen Lebenslauf über deine Ausbildung, Studienprojekte und bisherige Berufserfahrung anlegst (dazu zählen auch typische Nebenjobs während des Studiums). Ehrenämter oder nebenberufliche Tätigkeiten helfen dabei, dein Profil abzurunden. Hilfreiche Lebenslauf-Vorlagen gibt es z. B. bei den Career Services der UZH. Mit Canva kannst du deinen Lebenslauf kreativ und professionell gestalten.

Der erste Schritt, um deine Online-Präsenz als Psychologin oder Psychologe aufzubauen, besteht darin, gut gepflegte Profile auf Karriereplattformen deiner Wahl anzulegen. Dazu gehören beispielsweise LinkedIn, Xing oder Indeed. Folge dort gezielt Unternehmen oder Hochschulen, die für dich als potenzielle Arbeitgebende interessant sind, und werde aktiv: Kommentiere Beiträge, teile Inhalte oder bring dich bei Themen ein, die dich fachlich interessieren. So baust du nicht nur Sichtbarkeit auf, sondern positionierst dich auch in deinen Interessensgebieten. Inspiration findest du unter anderem bei Psychologie-Accounts wie "aepsy", "Gesundheitsförderung Schweiz", "psychologieunddenn",  "Psychiatrische Universitätsklinik Zürich", "WePractice", "Hirncoach", "Hogrefe AG", oder "HR Today".

Auf LinkedIn, Xing oder Indeed werden auch immer wieder spannende psychologische Webinare angeboten, oder Unternehmen weisen auf eigene Karriere-Events hin. Du kannst auch selbst Beiträge veröffentlichen – beispielsweise über deinen Besuch von Karrieremessen, den Abschluss deiner Thesis oder über deine Erfahrungen aus einem Psychologie-Praktikum.

Werde gefunden, statt zu suchen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, deinen Lebenslauf direkt bei grossen Unternehmen zu hinterlegen. Viele namhafte Arbeitgeber wie Roche verfügen über einen eigenen Talentpool. Dabei bewirbst du dich nicht auf eine konkrete Stelle, sondern speicherst deinen Lebenslauf in einer Datenbank. Aus dieser Datenbank kann die HR-Abteilung nach passenden Kandidatinnen und Kandidaten für offene Stellen suchen. Für dich bedeutet das doppelte Erfolgschancen: Neben deiner eigenen aktiven Recherche nach Psychologie-Jobs in der Schweiz, erhältst du die Möglichkeit, direkt von Unternehmen entdeckt zu werden. Eine besonders smarte Strategie, um den Berufseinstieg in der Psychologie gezielt voranzutreiben.

PsychJOB – Der Talentpool für Psychologinnen und Psychologen

Für den psychologischen Fachbereich gibt es eine vergleichbare Karriereplattform: PsychJOB.
Hinterlege deinen Lebenslauf auf PsychJOB und werde Teil des Talentpools speziell für Psychologinnen und Psychologen. So erhöhst du deine Sichtbarkeit für Personalverantwortliche, die gezielt nach Kandidatinnen und Kandidaten mit psychologischem Fachwissen suchen. Lasse dich unkompliziert, schnell und kostenlos finden. Und denk dran: Es lohnt sich, den Lebenslauf frühzeitig zu hinterlegen, damit du keine Einstellungswellen von HR-Fachleuten verpasst.

 

2. Networking auf Events und Karrieremessen  

Eine gepflegte Online-Präsenz ist wichtig – keine Frage. Persönliche Begegnungen bieten jedoch eine zusätzliche, oft entscheidende Ebene des Kennenlernens, die digital nur schwer zu ersetzen ist. Im direkten Austausch entstehen Eindrücke, Vertrauen und echte Verbindungen. Doch wo findest du passende Gelegenheiten zum Netzwerken? Hier sind einige Tipps für Veranstaltungen und Formate, die sich besonders lohnen:

  • Absolvierenden-Messen von Talendo: In mehreren Schweizer Städten finden jährlich Messen statt, bei denen sich rund 30 namhafte Unternehmen vorstellen. Diese Messen eignen sich ideal, um erste Kontakte zu knüpfen. Tipps, wie du dich auf Talendo bestmöglich vernetzen kannst, verrät dir Sina Heger in ihrer Podcast-Folge: How to: sich vernetzen mit Talendo 

  • Events des psychologischen Instituts deiner Universität oder Fachhochschule: Der Einstieg in die Welt psychologischer Veranstaltungen liegt oft näher, als man denkt. Bereits an deiner  eigenen Hochschule finden sich zahlreiche Gelegenheiten, erste Kontakte zu knüpfen. So bietet beispielsweise das psychologische Institut der Universität Zürich ein vielfältiges Programm mit Gastvorträgen, öffentlichen Vorlesungen und Kongressen.

  • Karriere-Events von Unternehmen selbst: Viele grosse Unternehmen stellen auf ihren Webseiten umfangreiche Online-Ressourcen für den Berufseinstieg bereit. Oft organisieren diese Unternehmen eigene Karriere-Events. Zum Beispiel können Sie bei der Schweizerischen Post während kurzer Online-Kaffee-Treffs direkt mit Angestellten sprechen oder sie direkt am Hauptsitz kennenlernen. Ähnliche Events bietet beispielsweise auch die SBB oder PwC.

  • Das HR Festival EuropeJährlich (meistens im März oder April) findet in Zürich das HR Festival statt. Dieses bietet insbesondere im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie eine ideale Gelegenheit, in die HR-Community einzutauchen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Ob bei Networking-Partys, Speed-Meetings oder weiteren interaktiven Formaten – das Festival eröffnet vielfältige Möglichkeiten, sich auszutauschen und beruflich zu vernetzen.

Tipp von Sina Heger: Auch psychologische Fachvereine, wie z. B. PsyCH-Students oder FAPS sind beim Thema Networking sehr aktiv und veranstalten regelmässig Events. Das Programm Next! der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) bietet zudem die Möglichkeit, kostenlos bei Psycholog:innen zu schnuppern (Mitgliedschaft nötig). 

Auch einige Unternehmen bieten Schnuppermöglichkeiten für Psychologiestudierende an, die sich hervorragend dafür eignen, um erste Kontakte mit Fachpersonen zu knüpfen, z. B. Rehaklinik Bellikon.

Diese Aufzählung von Events, Karrieremessen und Schnuppermöglichkeiten ist nur ein Einstieg: Es lohnt sich, regelmässig die Karriereseiten deiner Universität, Fachhochschule oder deines Wunschunternehmens zu besuchen, um neue Veranstaltungen zu entdecken. Darüber hinaus bietet es sich an, ein Blick auf spezialisierte Veranstaltungskalender zu werfen:

  • So stellt der Hogrefe Verlag einen eigenen Tagungskalender im Bereich Psychologie zur Verfügung, der einen guten Überblick über aktuelle Kongresse und Fachveranstaltungen bietet.
  • Auch die FSP informiert regelmässig über relevante Events und Vernetzungsmöglichkeiten in der Schweiz.

So sprichst du Fachleute richtig an

Idealerweise informierst du dich im Vorfeld über die Schlüsselpersonen oder Unternehmen, die für dein berufliches Netzwerk interessant sind. Doch wie gehst du dann konkret auf die Fachleute zu? Der Einstieg gelingt am leichtesten über das, was sie an ihren Ständen präsentieren – sei es ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein spannendes Forschungsprojekt.

Networking

Mögliche Fragen könnten sein:

  • In welcher Phase des Forschungsprojekts befinden Sie sich gerade?
  • Welche Aspekte des Projekts finden Sie besonders interessant?
  • Welche Arbeitsschritte stehen als nächstes an?
  • Welche Features schätzt Ihre Kundschaft besonders an Ihrem Produkt?
  • Welche Herausforderungen haben Sie bei der Konzeption erlebt?

Auch Fragen zum Werdegang der Fachleute sind sinnvoll:

  • Welche Ausbildung haben Sie zuvor absolviert?
  • Wie sind Sie auf Ihre aktuelle Stelle aufmerksam geworden?
  • Was schätzen Sie an Ihrem aktuellen Arbeitgeber?
  • Welchen Tipp würden Sie mir als Berufseinsteiger:in geben?

Im Gespräch merkst du schnell, dass du deine eigenen Interessen und Zukunftspläne einbringen kannst. Erzähl von deinen Erfahrungen aus Praktika, Werkstudierendenjobs oder deiner Abschlussarbeit, um einen persönlichen Bezug herzustellen.

Trau dich – Events sind dazu da, um miteinander zu sprechen

Denk dran: Events sind dafür da, um wertvolle Kontakte zu knüpfen. Am Anfang braucht es vielleicht etwas Mut, mit ein bisschen Übung läuft das Ansprechen jedoch fast von selbst.

Tipp: Rückfragen zu stellen, ist auch im Bewerbungsprozess entscheidend. Wenn du eine Absage für einen Job erhältst, lohnt es sich, gezielt nach den Gründen und möglichen Verbesserungsvorschlägen zu fragen – so kannst du dich für zukünftige Bewerbungen gezielt weiterentwickeln. Ausserdem kannst du der zuständigen Person aktiv die Erlaubnis geben, deine Unterlagen zu speichern, damit du bei passenden zukünftigen Stellen berücksichtigt wirst. Das ist aus Datenschutzgründen nur mit deinem ausdrücklichen Einverständnis möglich und zeigt gleichzeitig dein anhaltendes Interesse am Unternehmen.
Sina Heger

3. Trends, Podcasts und Plattformen für Psycholog:innen

Um während und nach dem Psychologiestudium gut informiert zu bleiben, lohnt es sich, verschiedene Informationsquellen zu nutzen. Plattformen, Podcasts und Netzwerke bieten wertvolle Einblicke in aktuelle Trends in der Psychologie und Karrieremöglichkeiten mit einem Psychologieabschluss. Hier ein paar Beispiele:

  • Podcast «Psychologie, und denn?» und WhatsApp-Community von Sina Heger: Ziel des Podcasts ist es, Psychologiestudierende durch das Studium und in den Berufseinstieg zu begleiten. Sina Heger berichtet dabei von ihren eigenen Erfahrungen, tauscht sich mit Psychologie-Fachleuten aus und gibt praktische Tipps und Tricks. In Sinas WhatsApp-Gruppe kann man sich zudem direkt mit knapp 4000 (angehenden, aktuellen und ehemaligen) Psychologiestudierenden austauschen und gezielt Fragen stellen. Eine gute Möglichkeit, um auf dem Laufenden zu bleiben.

  • PsychJOB: PsychJOB ist der Stellenmarkt für alle Fachrichtungen der Psychologie vom Psychologie-Praktikum über Doktorandenstellen, bis hin zu Positionen für Fachkräfte und Führungspersonen. Einfach den JobAgenten für deine spezifische Jobsuche aktivieren und direkt per E-Mail eine Meldung erhalten, sobald spannende Psychologie-Jobs in der Schweiz ausgeschrieben werden. Auf der PsychJOB-Ratgeberseite findest du zudem verschiedene Blogbeiträge rund um die Job- und Praktikumssuche, Studium, Karriere, Bewerbung und den Arbeitsalltag im Psychologie-Bereich.

  • my career: Diese Plattform der Fachhochschule Nordwestschweiz FHWN bietet einen Raum für Events, Networking und Laufbahnentwicklung im Bereich Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie sowie Wirtschaftspsychologie.

 

Fazit: Tipps für deinen Karrierestart in der Psychologie

Mit diesen Tipps und Tricks behältst du den Überblick über Entwicklungen in den psychologischen Fachgebieten. Mit dem richtigen Netzwerk eröffnen sich zudem viele Möglichkeiten. Nutze Plattformen, Events und Talentpools, um frühzeitig Kontakte zu knüpfen und passende Psychologie-Jobs in der Schweiz zu entdecken.

 

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Du möchtest noch tiefer ins Thema Netzwerken einsteigen und mehr dazu erfahren, wie du ganz einfach Kontakte knüpfen kannst? Dann höre dir folgende Podcastfolge von Sina Heger an: Networking leicht gemacht mit Tim Tenger