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Während deines Psychologie-Studiums hast du viel gelernt – es wird Zeit, dieses Wissen in der Praxis anzuwenden. Ob freiwillig oder Pflicht: Ein Psychologie-Praktikum bringt dir nicht nur ECTS-Punkte, sondern auch die Chance, wertvolle Arbeitserfahrung zu sammeln und dich mit Psycholog*innen zu vernetzen.
In diesem Artikel findest du die wichtigsten Informationen rund um das Thema Psychologie-Praktikum – kompakt zusammengefasst und ergänzt durch praktische Tipps von Psychologie-Influencerin und Stimme der Schweizer Psychologie-Studierenden Sina Heger (psychologieunddenn):
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Wie findest du ein passendes Praktikum?
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Worauf solltest du bei der Wahl achten?
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Was macht ein gutes Praktikum aus?
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Was gehört in eine überzeugende Bewerbung?
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Wie kannst du deine Praktikumserfahrung später optimal nutzen?
Wähle einen Psychologie-Bereich, der dich interessiert – von der klinischen Psychologie bis zur A&O
Frag dich in einem ersten Schritt, wo du nach deinem Studium am liebsten hin möchtest. Dein psychologisches Praktikum kann dir einen Einblick in viele unterschiedliche Themen geben:
- Klinische Psychologie / Psychotherapie
- Kinder- und Jugendbereich
- Schulpsychologie
- Arbeits- und Organisationspsychologie (HR)
- Forschung / Diagnostik
Bist du noch unsicher, in welchem Bereich du nach dem Psychologie-Studium arbeiten möchtest? Wähle das Thema, das dich am meisten interessiert oder wähle ein Praktikum mit einem breiten Einblick. Zum Beispiel in einer Klinik, einer Beratungsstelle oder einem psychologischen Dienst.
Finde das richtige Praktikum: auf das solltest du als Student*in achten
Damit dein Praktikum ein Erfolg wird, lohnt es sich, wenn du bereits vor deiner Bewerbung sorgfältig passende Praktikumsstellen für dich suchst. Ein gute psychologische Betreuung ist zum Beispiel entscheidend, damit du eine echte Möglichkeit erhältst, Neues zu lernen.
Checkliste für ein gutes psychologisches Praktikum:
- Ansprechperson: Eine Psychologin oder ein Psychologe betreut dich während dem Praktikum und ist für dich da, wenn du Fragen hast
- Einarbeitung: Du erhältst zu Beginn des Praktikums eine strukturierte Einführung
- Klarheit: Deine Aufgaben und Lernziele sind klar definiert
- Feedback: Rückmeldung zu deiner Arbeit erhältst du regelmässig, nicht nur am Schluss des Praktikums
Schnell zum Praktikum auf PsychJOB
Die meisten Praktika findest du nicht auf grossen Job-Portalen, sondern über spezialisierte Plattformen oder direkt bei psychologischen Institutionen.
Tipp: PsyPRA bietet dir eine Übersicht über Praktikumsstellen in der ganzen Schweiz – so findest du schnell das richtige Praktikum für dich.
So klappt's: Tipps für deine Bewerbung für beliebte Praktikumsplätze in der Psychologie
Damit du überhaupt eingeladen wirst, sollte deine Bewerbung klar, strukturiert und zielgerichtet sein und folgendes beinhalten:
Motivationsschreiben für dein psychologisches Praktikum
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Was interessiert dich an diesem Praktikum und warum bewirbst du dich?
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Warum solltest du diesen Praktikumsplatz erhalten? (relevante Studieninhalte, Interessen, erste Erfahrungen)
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Was möchtest du lernen? (klar formulierte Lernziele)
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Zeitraum & Pensum
Tipp: Vermeide Floskeln und zeige, dass du dich informiert hast.

Lebenslauf: zeige, welche Erfahrungen du im psychologischen Bereich bereits hast
Achte bei deinem Lebenslauf unbedingt auf eine übersichtliche Struktur und erwähne folgende Inhalte:
- Relevante Module aus deinem Studium wie klinische Psychologie oder Diagnostik
- Bisherige Praktische Erfahrungen, auch Nebenjobs oder ein Ehrenamt
- Deine Softwarekenntnisse (zum Beispiel SPSS, Excel)
Falls verlangt, kannst du deiner Bewerbung auch deine Immatrikulationsbestätigung oder eine Notenübersicht beilegen.
Tipp von Sina Heger: Lebenslauf-Vorlagen findet man z. B. bei den Career Services der UZH
Sammle wertvolle Erfahrungen während dem Pflichtpraktikum – auch proaktiv
Warte nicht nur darauf, dass dir spannende Aufgaben gegeben werden: Du darfst immer nachfragen. Bleibe dabei aber immer freundlich und professionell. Frage zum Beispiel:
- „Darf ich bei der Auswertung eines Tests unterstützen?“
- „Kann ich bei einer Fallbesprechungen dabei sein?“
- „Gibt es Berichte, bei denen ich mitarbeiten kann?“
- „Kann ich kleine Aufgabe auch eigenständig übernehmen?“
Tipp: Mache dir während oder nach den Aufgaben Notizen und dokumentiere deine Erfahrungen. Das hilft dir später auch deinen Lebenslauf zu erweitern. Folgende Punkte können interessant sein:
- Welche Aufgaben hast du gemacht?
- Welche Methoden/Tests/Tools hast du kennengelernt?
- Welche Fälle/Themen hast du bearbeitet?
- Was hast du gelernt?
- Welche Erfolgserlebnisse hattest du?
Wichtig: Achte immer darauf, dass du deine Notizen anonymisierst.
Nutze das Psychologie-Praktikum, um dein Netzwerk zu erweitern
Ein Pflichtpraktikum bietet dir die Gelegenheit, Kontakte in verschiedenen psychologischen Bereichen zu knüpfen. Das kann für zukünftige Bewerbungen hilfreich sein. So gelingt dir ein guter Abschluss bei deinem psychologischen Praktikum:
- Bitte um ein Arbeitszeugnis
- Frage deine Ansprechperson, ob du sie als Referenz angeben darfst
- Vernetze dich wo möglich mit deinen Arbeitskolleg*innen (zum Beispiel auf LinkedIn)
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Du möchtest noch tiefer ins Thema einsteigen? Dann schau dir diese Beiträge von Sina Heger an:
- Sina Heger auf LinkedIn: „Das würde ich meinem früheren Ich bzgl. Jobsuche raten"
- Sina Heger auf Instagram: „5 Fragen, die sich alle vor dem Psychologie-Praktikum stellen"
- Sina Heger auf Instagram: „5 Fehler bei der Bewerbung"
